Kirchenorgel


Orgelweihe

Die im Jahr 2000 generalüberholte Orgel ist nicht das erste Instrument in unserer Kirche. Als sie am ersten Adventssonntag 1965 eingeweiht wurde, hielt der damalige Freiburger Domkapellmeister Professor Franz Stemmer die Festpredigt. Franz Stemmer war der Enkel des ersten Gottmadinger Organisten, des Hauptlehrers Stemmer, der von 1866 bis 1880 hier seinen Dienstsitz hatte. Chormitglied Heidi Spieß hat in ihrer Chorchronik, die die Jahre 1844 bis 1971 umfasst, dargelegt, dass dieser Hauptlehrer Stemmer 1875 erstmals eine Quittung für seine Organistenvergütung unterschrieb und schließt daraus: „Demnach hat die St.-Georgs-Kirche um diese Zeit ihre erste Orgel erhalten." Also: Seit 125 Jahren gibt es eine „Königin der Instrumente" in Gottmadingen.
Diese erste Orgel soll, so eine andere Quelle, 8 Register gehabt haben; sie war also kaum größer als das jetzige Rückpositiv. Am 15. Mai 1923 wurde eine neue Orgel mit 13 Registern eingeweiht, die auch ein treffliches Beispiel für die damaligen Inflationsfolgen abgibt: Bei Vertragsabschluss am 2. September 1922 sollte sie 58000 Mark kosten, im Mai des folgenden Jahres lag der Preis bei 21,9 Millionen.
Dieses ,,Millionen-Werk" wurde in die am 3. Juli 1932 eingeweihte neue Christkönigskirche übernommen. Für diese wesentlich größere Kirche war sie natürlich von Anfang an zu klein. So ist schon unter dem 11. März 1954 im Protokoll des Stiftungsrates zu lesen: „Es ist beabsichtigt, so bald als möglich eine neue Orgel zu beschaffen." So bald als möglich, ja, aber dringend war auch der Bau des Kindergartens St. Martin und des St.-Georgshauses. Doch 1965, als Gottmadingen die 1000-Jahr-Feier begehen konnte, war unter Pfarrer Bernhard Adler auch die Anschaffung einer großen neuen Orgel möglich geworden, erbaut von der Überlinger Firma Mönch, die nun auch von Januar bis März 2000 die Revisionsarbeiten ausführte. Die Fachaufsicht lag beim Erzbischöflichen Orgelinspektor Georg Koch, Bezirkskantor in der Region Bodensee.
Unsere Orgel hat 37 Register mit 2678 Pfeifen, davon 128 aus Holz, 42 aus Kupfer, 2180 aus Zinn/Blei und 328 so genannte Zungenpfeifen. Diese sind zu spielen auf 3 Manualen (Tastenreihen) und Pedal.
Zum Schluss auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches „Vergelt's Gott" allen Spendern, die seit Jähren in sehr großen und kleineren Beiträgen mitgeholfen haben, so ein wertvolles Instrument in Klang und Technik wieder in Topzustand zu versetzen. Dank und Anerkennung gilt auch den Sängerinnen und Sängern des Kirchenchores, besonders den Vorstandschaften, auch den Orchestermitgliedern, die mit vielen Konzerten, Spendensammlungen und Benefizaktionen etwa 40 % der Sanierungskosten zusammengetragen haben.
16.April 2000  Heinz Kiesewetter, Organist und Chorleiter


Die Disposition der Orgel:

Hauptwerk
Manual I

Quintadem
Principal
Gemshorn
Octav
Rohrflöte
Superoctave
Non-Cornett
Mixtur
Cymbel
Trompete
Clairon
16‘
8‘
8‘
4‘
4‘
2‘
5f.
4f.
3f.
8‘
4‘
Rückpositiv
Manual II

Holzgedackt
Blockflöte
Principal
Larigot
Scharff
Krummhorn.  
Tremulant
8‘
4‘
2‘
1 1/3‘
3-4f.
8‘
Schwellwerk
Manual III


Rohrgedackt
Salicet
Principal
Quintade
Nasat
Waldflöte
Flageolet
Terz
Acuta
Dulcian
Schalmey-Oboe
Tremulant
8‘
8‘
4‘
4‘
2 2/3‘
2‘
1‘
1 3/5‘
4f.
16‘
8‘

Pedal


Principal
Subbaß
Kupferoktav
Gedacktpommer
Choralflöte
Nachthorn
Hintersatz
Posaune
Trompetbaß
16‘
16‘
8‘
8‘
4‘
2‘
5f.
16‘
8‘

Koppeln
Man. I - II
Man. III - II
Man I - P
Man. II - P
Man. III - P

System
Schleifladen
Mechanische Spieltraktur
Elektrische Registertraktur
2 freie Kombinationen, 1 Pedalkombination
Schleifenzugmotoren (Heuss)
Erbauer
Orgelbau Mönch
Überlingen
1965






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